Blog der Gartenführer


Montag, 25. April 2016

Das war der Gartenmarkt 2016

Längst sind die Verkaufstische der Aussteller auf dem Gelände des DLR in Oppenheim wieder verschwunden und die Pflanzen, die am 17. April 2016 ihre Besitzer wechselten, haben sicherlich einen schönen Platz irgendwo in einem Garten von Rheinhessen oder anderswo gefunden.

Schön war's gewesen, auch wenn es zunächst gar nicht danach aussah.
Am Morgen, als die Stände aufgebaut wurden, regnete es noch in Strömen.


Aber Punkt elf Uhr erschien die Sonne - was für ein Glück!
Schon bald kamen die Besucher in Scharen und die Angebote fanden reges Interesse.



Auch der Stand der Gartenführer war ständig umlagert - fand man hier doch die neusten Infos über Aktivitäten in den Gärten und den druckfrischen Flyer "Gärten erleben ..." gab es gratis dazu.


Wer noch nichts von dem eigens für das Jubiläumsjahr erdachte "Rheinhessenquadrat" gehört hat, konnte sich hier schlau machen.


Infos gab es auch im  Bildvortrag in der Aula ...



wo man Kaffee und herrlichen Kuchen dazu genießen konnte.



Am Weinstand des DLR gab's kaum noch freie Plätze und die Gläser waren mit einem guten Tröpfchen gefüllt.


Gut war auch die Stimmung bei der Gartenführung. Viele haben gehört, was die Gartenführerin über Blumen, Sträucher und Kräuter zu erzählen hatte und ganz sicher mundete auch der Wein mit versteckten Kräuteraromen.



Gegen 14 Uhr wartete auf die Gäste ein ganz besonderes Schmankerl: die Frauen der Gesangsgruppe der Gartenführerinnen waren als Küchenmädchen verkleidet und als "Jungfern im Grünen" sangen sie Küchen- und Gartenlieder, die bereits vor 200 Jahren gerne gesungen wurden. Die Vorstellung wurde mit viel Applaus belohnt.


Besonderes Lob gebührt auch den Ehemännern der Gartenführerinnen. Mit einem Klick wurde aus Verschmutztem (Geschirr) wieder Sauberes. Bravo!


"Schau mal was ich mir gekauft habe!"
"Und guck mal ich erst!"


Gegen Abend haben viele Besucher das Gelände glücklich und zufrieden verlassen.


Bekanntlich ist ja nach der Veranstaltung vor der Veranstaltung, auf die Sie die Gartenführer bereits jetzt hinweisen wollen:

Am 14. und 15. Mai finden wieder die beliebten Tage der offenen Gärten Rheinhessen statt. Mehr Infos gibt es auf der Homepage der Gartenführer: www.offene-gaerten-rheinhessen.de

Fotos: Ingrid und Erich Dahlheimer
Bericht: Anne Rahn

Dienstag, 5. April 2016

Wir über uns - Doris Schmahl und die Arbeit im Background


Wir sind 31 Gartenbegeisterte, die sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen haben. Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, versteckte Schönheiten unserer Region erlebbar zu machen. Des Weiteren organisieren wir alljährlich im April einen Gartenmarkt, der weit über die Region bekannt und beliebt ist.

In der Reihe: Wir über uns stellen wir hier die aktiven Mitglieder unserer Gemeinschaft vor.

Zum Beispiel Doris Schmahl


Die Gartenführerinnen (die Bilder werden durch Anklicken größer)

Doris Schmahl ist von Anfang an dabei. Neben ihrem Beruf als Chemielaborantin mit halber Stelle, arbeitet sie im Weingut der Familie mit, führt das Gästehaus Himmelweit und bewirtschaftet einen großen Garten in Essenheim.

Für die Gartenführer ist sie die gute Fee im Gartenmarktcafé. Sie hat die Übersicht in der Küche - und dass das gar nicht so einfach ist, sieht man auf folgenden Bildern:


Zeitweise wird es so turbulent, dass sogar die Ehemänner der Gartenführerinnen mithelfen müssen.

Bis das Geschirr aber zum Abwaschen in die Küche kommt ist eine Menge Vorarbeit nötig. Zunächst muss der angelieferte Kuchen in gerechte Portionen geschnitten werden.

Dann kommt er zum Verzehr in die Kuchentheke.



Frau Schmahl sorgt mit anderen Gartenführerinnen für einen (meist) reibungslosen Ablauf und mit ihrer Tochter ist sie dafür zuständig dass der Kaffee nicht ausgeht.
Alles damit die Gäste am Gartenmarkt glücklich und zufrieden sind.

***

Frau Schmahl ist eine begeisterte Kuchenbäckerin und verrät uns das Rezept von ihrem Apfelkuchen mit Walnüssen aus eigener Ernte. Das Besondere: der Kuchen schmeckt nicht nur lecker, er ist auch für Veganer geeignet. Mit diesem Rezept liegt die Gartenführerin voll im Trend.

Veganer Apfel-Nuss-Kuchen
Zutaten:
500 g Vollkorn-Dinkelmehl
80 g Zucker
1 Esslöffel Kakao
1 Teelöffel Zimt
2 Päckchen Backpulver
200 g Trockenfrüchte (Rosinen, Aprikosen, Pflaumen, Cranberries)
800 g geschälte, grob geraspelte Äpfel
200 g Nüsse
Sonnenblumenmargarine zum Einfetten der 30 cm Kastenform



Zubereitung:

  1. Mehl, Zucker, Kakao, Zimt und Backpulver in einer ca. 3 Liter Schüssel vermischen.
  2. Die Pflaumen und Aprikosen klein schneiden. Cranberries und Rosinen können im Ganzen verwendet werden. (Meistens verwende ich nur Rosinen)
  3. Die Trockenfrüchte untermischen.
  4. Die Äpfel zum Mehl in die Schüssel geben und mit der Hand so lange unterkneten, bis sich die Masse gut verbunden hat.
  5. Die Walnüsse unter die Masse kneten.
  6. Eine 30 cm Kastenform mit Sonnenblumenmargarine einfetten.
  7. Den Kuchenteig in die Kastenform geben.
  8. Bei 175°C 60 Minuten mit Ober-, Unterhitze auf der 2. Schiene von unten backen.


Tipp 1: 
In diesem Kuchen lassen sich alte Äpfel wunderbar verarbeiten.

Tipp 2: 
Die Walnüsse, die ich am liebsten verwende sind aus unserem Garten. Ich öffne die Nüsse im Winter und friere Päckchen á 200 g ein. Sie werden nicht ranzig und es gehen keine Lebensmittel-motten an die Nüsse. Die Nüsse kann man gefroren in den Teig geben.

Tipp 3: 
Bei der Verwendung von hellem Mehl nimmt man 50 g Äpfel weniger. Vollkornmehl benötigt mehr Flüssigkeit zum Quellen.

Tipp 4: 
Mit einem Stäbchen in den Kuchen stechen. Der Kuchen ist fertig, wenn kein Teig am Stab klebt.

Tipp 5: 
Den Kuchen aus der Form holen und mindestens 12 Stunden an der Luft nachtrocknen lassen. Danach kann man ihn abdecken. Er ist über mehrere Tage sehr saftig.

 Guten Appetit wünscht Doris Schmahl

Übrigens:
Diesen Kuchen backt Doris Schmahl für Sie zum

Gartenmarkt der Gartenführer Rheinhessen
Sonntag, 17. April 2016, 11 - 17 Uhr
am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR)
Wormser Str. 111 und 162
Eintritt frei
Mehr Infos auf unserer Homepage: 
Gartenführer von Rheinhessen

Herzliche Einladung

Text: Doris Schmahl, Anne Rahn
Fotos: Doris Schmahl, Ingrid Dahlheimer

Freitag, 11. März 2016

Knoblauchsrauke Blätter

Knoblauchsrauke


Irgendwann war sie da, die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) oder auch Lauchkraut oder als Lauchhederich bekannt.   Zwischen den gut gedüngten Rosen, fühlte sie sich wohl und wucherte üppig vor sich hin. Als ich dann das  „Unkraut“  genauer unter die Lupe, bzw. auf den Gaumen genommen habe, war das weitere Vorgehen klar; „kann bleiben – erst Umsiedeln und dann Aufessen“. Für mich und meinen „Wilden Garten“ eine willkommenes Wildkraut für meine Kräuterküche. Am Gartenrand, im Halbschatten und zwischen den Hecken haben sich im Herbst ein paar Plätze für die Ansiedlung der 2-jährigen Pflanze gefunden. Jetzt im Februar ist es eine der ersten Frühlingsboten, die munter sprießen und die rundlich eingekerbten Blätter in Herzform zeigen. Später im Jahr verändern sich die Blätter zu gezackten und spitz zulaufenden Blattformen. Am besten erkennt ihr dann die Pflanze, wenn ihr die Blätter zwischen den Fingern zerreibt und es zart nach Knoblauch duftet.
190_Alliaria_officinalis

Hier ein kleiner Steckbrief und Erfahrungen aus dem letzten Jahr:
Höhe 20 -30 cm /
Häufiges Vorkommen an Gebüsch- und Wegrändern, Stickstoffanzeiger
Familie; Kreuzblütler; Blüte; weiß, Blütezeit: April bis Juni
Früchte; kleine längliche Schoten.
Inhaltsstoffe: Senfglykoside, Vitamin A, viel Vitamin C , Enzyme & Polyphenole.
Die nachhaltigste Anwendung der Knoblauchsrauke ist, sie frisch zu essen oder im grünen Smoothie zu trinken gemischt mit anderen Kräutern und Obst.

Meine Kräuterküche:
Sowohl die Blätter, als auch die Blüten und die jungen Samenschoten finden bei mir Verwendung.
Der feine Knoblauchsgeschmack ist milder wie bei Knoblauch oder Bärlauch und hat eine pfeffrige und leicht krautige Note. Die frischen Blätter machen sich wohl dosiert gut als Salatbeigabe, im Pesto und auch gekocht in Aufläufen und Suppen. Fein geschnitten peppt es auch Brotaufstriche oder Buttermischungen auf.

Alliaria-petiolata



Die weißen Blüten sind eine wunderbare Deko und wie alle Kreuzblütler eine herzhafte Leckerei mit pfeffrigem Senfgeschmack. Auch die kleinen scharfen Schötchen lohnen sich zu knabbern, aber am besten mit Butterbrot und wohl dosiert. Zwischen Juli und August sind die Samen ausgereift und können als Beigabe oder Ersatz für Senf verwendet werden.



Geschichte: Wer mehr wissen will über diese alte Pflanze und die Verwendung in früheren Zeiten findet hier mehr Lesestoff: Link zu prähistorische Gewürze/Spiegel 

Sonntag, 14. Februar 2016

Saatgut wie vor 200 Jahren - Saatgut heute



Ein Bericht von Gartenführerin Anne Rahn zum
Rheinhessenquadrat - Gärten 1816/2016 




Vor ein paar Jahren wurden im Botanischen Garten Mainz regionale Gemüsesorten vorgestellt, die in Vergessenheit geraten waren. Damals wurde von diesen alten Sorten Samen verteilt, darunter auch der „Mombacher Wintersalat“. Ein Tütchen davon gelangte auf Umwegen auch zu mir: Besucher der Tage der offenen Gärten und Höfe in Rheinhessen haben mir ein paar Samenkörnchen aus ihrer eigenen Nachzucht mitgebracht.

Seit einigen Jahren kultiviere ich Wintersalat aus eigener Samenernte. Es ist die alte Salatsorte „Brauner Wintersalat“ den ich Mitte September aussäe. Die jungen, zarten Pflanzen halten Minus-Temperaturen aus und fallen im Winter in eine Art Kälteschlaf.

 Brauner Wintersalat im Februar 2016

Sobald der Boden sich wieder erwärmt und die Sonne länger scheint erwachen die zarten Pflanzen und wachsen weiter. Von April bis Mai können sie dann geerntet werden.

 Brauner Wintersalat Anfang Mai.



Jedes Jahr im Sommer, lasse ich einige der stärksten Wintersalatpflanzen für Samen aufschießen. Wenn die Körnchen braun und reif sind, ernte ich sie. Diese bewahre ich kühl und trocken auf und im September fängt der Kreislauf wieder von vorne an.

 Samen des Wintersalates

Oft fällt der Samen an Ort und Stelle aus.
Dann nehme ich ihn auf und pikiere ihn in Multitopfplatten

Salatjungpflanzen von "Mombacher Winter"
in Multitopfplatten im Januar 2016

... und dekorativ in historischen Tontöpfchen
 

Zurzeit reift nun neben dem Braunen auch noch der Mombacher Wintersalat heran. Beide stehen proper da und ich freue mich jetzt schon auf den frischen, ersten Frühlingssalat!

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Nicht immer lohnt es sich, aus selbstgesammeltem Saatgut auch gartentauglichen Salat, Gemüse oder Blumen heranzuziehen. Man benötigt dazu samenfestes Saatgut. Samenfest ist eine Pflanzensorte dann, wenn aus ihrem Saatgut Pflanzen wachsen, die dieselben Eigenschaften und Gestalt haben, wie ihre Eltern. Solche Sorten sind oft alte Sorten.

Saatgut von Gemüse und Blumen wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts weitgehend von den Bauern und Gärtnern noch selbst gezogen. Der Forscher Gregor Mendel (1822 – 1884) war noch nicht geboren und dadurch war das Wissen über Züchtungen und Kreuzungen noch nicht bekannt.Sorten entstanden zufällig und wurden nicht gezielt gezüchtet. Viel eher fand eine Auswahl der Samenspender statt: hatte z.B. eine Pflanze große oder besonders wohlschmeckende Früchte getragen, wählte man diese zur Weitervermehrung. Oder: hatten Zierpflanzen besondere Blütenfarbe, wählte man diese zur Weitervermehrung usw.

Abgesehen von der eigenen Samengewinnung gibt es seit Beginn des 19. Jahrhunderts schon die ersten Gartenbauunternehmer, die Saatgut anboten, so z.B. Ernst Benary (1819 – 1893) in Erfurt.

Anfang des 20. Jahrhunderts hat die Hybridzüchtung Einzug in die Pflanzenzucht gehalten. Diese Züchtungen prophezeien eine verbesserte Pflanzenqualität. So sollen sie bessere Wuchseigenschaften haben, höhere und einheitlich wachsende Erträge liefern oder widerstandsfähig gegen Krankheiten und Witterungseinflüsse sein. Der Nachteil ist, dass es unrentabel wurde, selbst Samen von diesen Pflanzen zu sammeln. Die Nachkommen von F1-Hybriden sind heterozygot, das heißt, ihre Erbanlagen spalten sich auf und danach sind sie meistens wertlos für den Anbau. Im darauffolgenden Jahr ist man dann wieder auf das Angebot der Samenfirmen angewiesen. Leider sind dadurch viele alte, bewehrte Sorten schon sehr bald vom Markt verschwunden und die Angebotsvielfalt schrumpft weiterhin.

Wer heute noch nach alten Sorten sucht, die es schon vor 200 Jahren gab, muss lange suchen und so sind wir sehr oft auf neuere, samenfeste Sorten angewiesen. Wichtig für den Erfolg einer Sorte war damals und ist es immer noch - dass sie
  • möglichst eine lange Ernteperiode hat
  • gute Lagerfähigkeiten haben sollte
  • gut zu konservieren ist
  • komfortabel im Anbau ist
Alte Gemüse-Sorten, Samen und Pflanzen finden Sie z.B. auf unserem Gartenmarkt am 17. April in Oppenheim. Siehe auch hier: www.offene-gaerten-rheinhessen.de
Aber auch im Internet wird man fündig.
Einige interessante Links zur Saatgutfindung:

Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V.
www.nutzpflanzenvielfalt.de

Dreschflegel Saatgut - Biologische Sortenvielfalt
www.dreschflegel-saatgut.de

Bingenheimer Saatgut AG
Kronstr. 24, 61209 Echzell
 www.bingenheimersaatgut.de

Blauetikett-Bornträger GmbH
In den Aspen, 67591 Offstein
www.blauetikett.de
 
Melanie Grabner's Lilatomate,
Goethestraße 9, 67459 Böhl-Iggelheim
www.tomatenfinden.de
www.lilatomate.de

Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt und ihre Entwicklung
www.arche-noah.at 

Bundladen
www.bundladen.de