Blog der Gartenführer


Montag, 20. Februar 2017

Die Gartenlaube


"Das Rheinhessenquadrat - Gärten 1816-2016"
eine Aktion der Gartenführer zum Jubiläumsjahr 2016

In 40 Gärten wurde gezeigt, was vor 200 Jahren angebaut wurde und was heute noch Bestand hat. 
Mit vielen Tipps, Rezepten und schönen Bildern.
Auch die Gartenführerin Sigrid Rehker aus Undenheim hat mitgemacht. Das Thema von ihrem Rheinhessenquadrat lautete:



Die Gartenlaube

von Gartenführerin Sigrid Rehker in Undenheim



Im 19. Jahrhundert hatte in den Städten fast jeder großbürgerliche Hausgarten eine Gartenlaube, ein Teehäuschen oder einen Pavillon. Sie stand an einer exponierten Stelle, z.B. an einer Grundstücks-Ecke oben auf der Umfassungsmauer, von wo aus man den vorbeifahrenden Kutschen und den flanierenden Bürgern zuschauen konnte.

Gartenlauben waren in diesem  Jahrhundert so beliebt, dass sogar eine unterhaltende und mit vielen originellen Bildern versehene Familienzeitschrift „Die Gartenlaube“ von dem Schriftsteller und Buchhändler Erst Keil 1853 herausgebracht  wurde,  die der Vorläufer unserer modernen Illustrierten war. 




Ich selbst habe zwei "Gartenlauben", in denen ich zwar nicht nach Kutschen Ausschau halte, sondern es mir gerne mit einer Tasse Tee gemütlich mache und in Gartenzeitschriften – oder -büchern blättere. Deshalb lag es für mich nahe, im Jubiläumsjahr 2016 von Gartenlauben und über diese besondere Zeitschrift aus dem 19. Jahrhundert zu berichten.




An den Tagen der offenen Gärten 2016 waren die Besucher eingeladen, es sich in meinen Lauben gemütlich zu machen,  in schönen Gartenzeitschriften und Büchern zu blättern und sich Anregungen zu holen.



Ich selber lese gerne im Gartenbuch „Aus meinem Garten" von Anne Rahn

oder in der Zeitschrift:
"Mein schöner Garten"



Übrigens, auch 2017 dürfen Sie wieder in meiner Laube Platz nehmen:
In Rosegarden’s Teatime können Sie mit Tee und Scones einfach mal Ihre Seele baumeln lassen.
Termine: 14.05.,21.05., 28.05.2017 Anmeldung erforderlich!

Mehr Infos entnehmen Sie bitte aus dem Flyer der Gartenführer.






 
Fotos: Sigrid Rehker und 
Monika Heilhecker vom Gartenblog: Country Living in the City



Freitag, 17. Februar 2017

Süßsaure Rote Bete, Quitten & Co - Tipps zur Herstellung von Pestos & Relishes




Süßsaure Rote Bete, Quitten & Co - 
Tipps zur Herstellung von Pestos & Relishes



von der Gartenführerin Birgit Bauer
Fotos: Barbara Reif

Jetzt im Winter schauen wir gerne noch einmal auf das Jahr 2016 zurück. Es war das Jahr, in dem Rheinhessen seinen 200. Geburtstag feierte. Gartenführer und Gartenbesitzern haben sich mit vielen Aktionen zum Jubiläum beteiligt.

Mittwochs im Museum -
hieß eine Reihe, bei der Besucher eingeladen wurden,  
eine Zeitreise durch 200 Jahre Nutzgarten zu machen.


Die Gartenführerin stellte dar, wie die Ernte aus dem Garten vor 200 Jahren haltbar gemacht wurde und wie aus "Süßsaurem" die heute beliebten Relishes, Chutney und Pestos wurden. 


Für die Besucher hatte Frau Bauer Kostproben vorbereitet ...


... die sehr gerne angenommen wurde.
Für alle, die es versäumt haben an dem wunderbaren Vortrag teilzunehmen oder die die Rezepte gerne noch einmal selbst nachkochen möchten, verrät Frau Bauer gerne nochmal, wie sie es gemacht hat.


Mixed Pickles in Essig

800ml Essig, 200ml Wasser, 20g Salz, 80g Zucker aufkochen und erkaltet über das halbgares Gemüse, Kräuter und Gewürze geben. Man kann auch Essig pur verwenden. Die Lösung nach 2 Tagen erneut aufkochen und erkaltet über Gemüse geben. Mixed Pickles sollen vor dem Verzehr 6-8 Wochen an kühlem und dunklem Ort durchziehen.



Apfel – Sellerie - Relish

500g Äpfel, 250g Zwiebeln gewürfelt

250g Möhren, 250g Sellerie geraspelt

Ingwerwurzel (walnussgroß), 1 Zimtstange, 80g getr. Cranberrys

400-500ml Essig, 100g Zucker aufkochen, Obst-Gemüsemischung u. Gewürze zugeben, ca. 45 Min. köcheln. 20 min vor Kochende Cranberrys zugeben.



Tomaten – Chutney

750g Tomaten, 200g Zwiebeln gewürfelt, 25g Ingwer fein gehackt, Abrieb einer Zitrone, ½ Tl Salz,1Tl. eingelegter, grüner Pfeffer mit 120ml Essig und 150g Zucker ca. 30 Min. köcheln.

Tipp: Falls das Chutney etwas zu flüssig erscheint, am Ende der Kochzeit etwas Gelierzucker zugeben und weitere 4 Min kochen.

Tipp: Essig durch Wein ersetzen



Petersilien-Pesto

100g Petersilie, 30g Walnusskerne, 30g ger. Parmesan, 1 Knoblauchzehe, 2 El. Öl, 100 ml kalte Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer. Alles fein pürieren. Eine Woche im Kühlschrank haltbar



Rote Bete – Quitten - Chutney mit Walnüssen

1kg Rote Bete, 1kg Quitten (vorbereitet gewogen) schälen u. grob raspeln

250g Zwiebeln fein würfeln, 6 Gewürznelken, je 1Tl. Piment- u. Korianderkörner in Teefilter binden. Alles mit 2Tl. Salz, 1Tl. Pfeffer und 500ml Essig zum Kochen bringen und ca. 35 Min. köcheln. Von der Kochplatte nehmen u. Gewürze entfernen. 500g Gelierzucker und 100g geh. Walnüsse zufügen, evtl. mit Essig, Salz, Pfeffer Nelken/ Koriander gem. pikant abschmecken. Wieder zum Kochen bringen, 4 Min. sprudelnd kochen lassen. Das Chutney heiß in Gläser füllen und sofort verschließen.


Übrigens: Der Garten von Familie Bauer ist geöffnet am: 
14.Mai von 10 - 18 Uhr 
und zur Blauen Stunde am 21.Juli, 18 - 23 Uhr. Mehr Infos: 
www.offene-gaerten-rheinhessen.de/ Ein Blick in die Gärten

Dienstag, 14. Februar 2017

Historische- und Wild-Rosen



Jetzt im Winter schauen wir gerne noch einmal auf das Jahr 2016 zurück. Es war das Jahr, in dem Rheinhessen seinen 200. Geburtstag feierte. Gartenführer und Gartenbesitzern haben sich mit vielen Aktionen zum Jubiläum beteiligt. Eine davon war 
"Das Rheinhessenquadrat - Gärten 1816-2016" 
In 40 Gärten wurde gezeigt, was vor 200 Jahren angebaut wurde und was heute noch Bestand hat. Bis zum April 2017 wollen wir zweimal wöchentlich in unserem Blog Beiträge aus den Gärten von Rheinhessen zeigen. Mit vielen Tipps, Rezepten und schönen Bildern.
Auch die Gartenführerin Liesel Schmitt vom Weingut Schmitt in Ober Hilbersheim hat mitgemacht. Das Thema in ihrem Rheinhessenquadrat lautete:

Historische- und Wildrosen …
Text und Bilder: Gartenführerin Liesel Schmitt



… standen im Mittelpunkt meiner Garten-Quadrate, eingerahmt in Holzrahmen auf Augenhöhe. Eine kleine Tafel wies auf  Namen und Besonderheiten der Rose hin.

Die Merkmale einer Historischen Rose:
Sie wurde vor 1867 eingeführt, blüht meist nur einmal im Jahr, hat einen berauschenden Duft und ist von besonderem Charme. Sie ist robust, gesund und es gibt sie in den Farben Weiß, Rosa, Rot, Purpur

1. Quadrat: Rosa Centifolia Typ Kassel
Inbegriff der romantischen Centifolie, Herkunft unbekannt, wiederentdeckt im Park Wilhelmshöhe in Kassel, betörend duftend, große Ausnahme: remontierend, Farbe rosa

2. Quadrat: Rosa parvifolia
Burgunderröschen, seit 1664 bekannt, dicht gefüllte weinrote kleine Blüten, niedrig, reich- und langblühend, fruchtig-süßer Duft



3. Quadrat: Rosa fleur double violett, bekannt seit ca. 16oo, purpurviolett, große kugelige leicht gefüllte Blüten, bogig überhängend, fein duftend, wenig Stacheln, blühend im Sommer mit üppiger Fülle

  Rosa fleur double violett

  
Merkmale der Wildrosen:
Urmütter aller Gartenrosen
1x blühend, ungefüllt, vital, gesund, robust , bis zu 30 m Höhe , Hagebutten, akzeptieren alle Lagen und Böden.
Äußerst wertvoll für Vögel, Insekten und Kleintiere

 Wildrose Gallica complicata
4. Quadrat: Wildrose Gallica complicata.
Silberrosa mit gelben Staubgefäßen, große ungefüllte Blüten, leichter süßer Duft, bis 3 m hoch, üppiges Wachstum, fast stachellos

Rezept für meine Rosenblätteressenz.


2 Handvoll ungespritzte Duftrosenblüten am besten am späten Vormittag bei trockenem Wetter ernten. Mit einer Schere das dunklere, bittere Dreieckchen in der Mitte herausschneiden.


Mit dem Saft von 2-3 Zitronen beträufeln. 1Stunde ziehen lassen. Dann zusammen mit 200-300 g Zucker mixen und in Schraubgläser füllen. Hält im Kühlschrank ein paar Wochen.

Rezept für einen Rosensecco:
10 ml Rosenextrakt in 200 ml Secco löffeln, mit frischer Minze und einigen Himbeeren garnieren.