Knoblauchsrauke
Irgendwann
war sie da, die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) oder auch
Lauchkraut oder als Lauchhederich bekannt. Zwischen den gut gedüngten
Rosen, fühlte sie sich wohl und wucherte üppig vor sich hin. Als ich
dann das „Unkraut“ genauer unter die Lupe, bzw. auf den Gaumen
genommen habe, war das weitere Vorgehen klar; „kann bleiben –
erst Umsiedeln und dann Aufessen“. Für mich und meinen „Wilden Garten“
eine willkommenes Wildkraut für meine Kräuterküche. Am Gartenrand, im
Halbschatten und zwischen den Hecken haben sich im Herbst ein paar
Plätze für die Ansiedlung der 2-jährigen Pflanze gefunden. Jetzt im
Februar ist es eine der ersten Frühlingsboten, die munter sprießen und
die rundlich eingekerbten Blätter in Herzform zeigen. Später im Jahr
verändern sich die Blätter zu gezackten und spitz zulaufenden
Blattformen. Am besten erkennt ihr dann die Pflanze, wenn ihr die
Blätter zwischen den Fingern zerreibt und es zart nach Knoblauch duftet.

Hier ein kleiner Steckbrief und Erfahrungen aus dem letzten Jahr:
Höhe 20 -30 cm /
Häufiges Vorkommen an Gebüsch- und Wegrändern, Stickstoffanzeiger
Familie; Kreuzblütler; Blüte; weiß, Blütezeit: April bis Juni
Früchte; kleine längliche Schoten.
Inhaltsstoffe: Senfglykoside, Vitamin A, viel Vitamin C , Enzyme & Polyphenole.
Die nachhaltigste Anwendung der Knoblauchsrauke ist, sie frisch zu essen oder im grünen Smoothie zu trinken gemischt mit anderen Kräutern und Obst.
Meine Kräuterküche:
Sowohl die Blätter, als auch die Blüten und die jungen Samenschoten finden bei mir Verwendung.
Der feine Knoblauchsgeschmack ist milder wie bei Knoblauch oder Bärlauch und hat eine pfeffrige und leicht krautige Note. Die frischen Blätter machen sich wohl dosiert gut als Salatbeigabe, im Pesto und auch gekocht in Aufläufen und Suppen. Fein geschnitten peppt es auch Brotaufstriche oder Buttermischungen auf.

Die weißen Blüten sind eine wunderbare Deko und wie alle Kreuzblütler eine herzhafte Leckerei mit pfeffrigem Senfgeschmack. Auch die kleinen scharfen Schötchen lohnen sich zu knabbern, aber am besten mit Butterbrot und wohl dosiert. Zwischen Juli und August sind die Samen ausgereift und können als Beigabe oder Ersatz für Senf verwendet werden.
Geschichte: Wer mehr wissen will über diese alte Pflanze und die Verwendung in früheren Zeiten findet hier mehr Lesestoff: Link zu prähistorische Gewürze/Spiegel
Copyright 2016 Marianne Knab