Blog der Gartenführer


Samstag, 16. Februar 2019

Wie geht man mit Trockenheit im Garten um?

Ein Bericht von der Gartenführerin Anne Rahn.

Es ist wieder so weit, im Garten spitzt es sich zu ...


Die ersten Schneeglöckchen sind längst da. Elfenkrokusse, Winterlinge, Frühlings-Alpenveilchen blühen, als hätte es nie diese verheerende Trockenheit im letzten Sommer gegeben.








Eine gute Möglichkeit, Pflanzen vor Trockenheit zu schützen ist: Mulchen, Mulchen, Mulchen.

Eine Mulchschicht lockert den Boden, verbessert die Bodenqualität und beeinflusst positiv das Pflanzenwachstum. Im Sommer kühlt sie die Beet-Oberfläche und schützt vor Verdunstung.


Jetzt im Vorfrühling fällt wieder genügend Rückschnitt an, der gehäckselt und wieder auf die Beete ausgebracht werden kann. Vorher wird noch ein organischer Dünger ausgebracht und so sind Pflanzen und Boden gut für ein neues Gartenjahr vorbereitet.


Merke: niemals auf ausgetrockneten Boden den Mulch ausbringen, das konserviert die Trockenheit!
(Auszug aus dem Buch: Neues aus meinem Garten, von Anne Rahn, das am 4. April im Leinpfad-Verlag erscheinen wird.)


Wie es in diesem Sommer wird – das kann man noch nicht sagen. Fest steht, dass man zukünftig öfters mit extremen Wetterbedingungen mit langen und heißen Trockenphasen rechnen muss. Die Gartenbesitzer müssen umdenken und über trockenheitsverträgliche Pflanzen nachdenken. Die Gartenführer*innen  werden zu diesem Thema im März einen Vortrag von Thomas Eidmann, Spezialist für Stauden und Fachmann für die Anlage trockenheitstoleranter Gärten anbieten:


Trockenheit im Garten – Stauden für besondere Standorte


Wann: Dienstag, 12. März, von 18-20 Uhr
Wo: Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR), 55276 Oppenheim, Wormser Str. 111
Ohne Anmeldung, Kosten 3,00/Person

 


Mittwoch, 23. Januar 2019

Glacier Gardens - Gärten in Alaska

Die Gartenführerin Christa Gugeler hat wunderbare Bilder von einem Garten in Alaska mitgebracht:


Meine Alaska Erinnerungen


Die Alaska-Kreuzfahrt beginnt in Vancouver und bewegt sich durch die Fjordlandschaft der Inside Passage nordwärts, entlang der Pazifikküste Südalaskas dem ‚ Panhandle‘- Pfannenstiel, so heißt der südliche schmale Landzipfel Alaskas entlang der Grenze zu Kanada. Bei besonders schönem Wetter im September 2018, bei glasklarem Himmel und unerwarteten Temperaturen von bis 25 Grad, ein unvergessliches Erlebnis.



Die kleinen Küstenstädte haben allerhand für die Touristen zu bieten, Beobachtungstouren um Alaskas ‚Wildlife‘, die Pflanzen- und Tierwelt kennen zu lernen oder mit dem Wasserflugzeug um die Gletscher- und Küstenlandschaft von oben zu bestaunen. In Juneau, der Hauptstadt Alaskas wird ein Ausflug zu Glaciers-Gardens angeboten, das ist ungewöhnlich ein Gletschergarten? Diesen Garten werde ich als pflanzeninteressierte Rheinhessische Gartenführerin natürlich besuchen.


Im Besucherzentrum gibt es Erfrischungen und Infos zu der ungewöhnlichen  Entstehungsgeschichte von Glacier Gardens. 1984 zerstörte ein verheerender Bergrutsch Teile des Regenwaldes. Zur gleichen Zeit begannen der bisher als Fischer tätige Steve Bowhay und seine Frau Cindy, mit eingeführten Blumen, Bäumen und Sträuchern ihre erste Pflanzenschule in Juneau, der Hauptstadt Alaskas, aufzubauen. 

Dazu erwarben sie kurzerhand auch das durch Sturm und Bergrutsch verwüstete Gelände und rekultivierten als erstes den Wasserlauf und sicherten das Bachbett mit Steinen, um den steilen Hang von Thunder Mountain zu sichern. 


Als beim Versetzen der Steine und umgestürzten Bäume seine Baumaschine durch einen Baumstamm beschädigt wurde und die große Tanne so im Sumpf stecken blieb, dass der Wurzelballen in die Luft ragte, hatte er plötzlich die Vision eines botanischen Gartens mitten im gemäßigten Regenwald. Mit Baum-Pflanzentrögen die aus den entwurzelten Bäumen entstehen und ‚upside down‘ aus der Erde wachsen.


Es entstand mit fast 30 Baumpflanztrögen ein einmaliger Garten. Auch wenn Anfang September die Blüten nicht mehr so zahlreich waren, ist der Zauber des Gartens ungebrochen. Petunien, Fuchsien und Begonien und lange Zöpfe von Weihrauch und Guntermann fügen sich zur harmonischen Gartenanlage. Im Frühjahr blühen viele Rhododendren und Azaleen im Garten, der Übergang zum Regenwald ist fließend.


Der Wald besteht vorwiegend aus Hemlock, Sitka und verschiedene Ahornarten. Die Baumkronen lassen mit ihren lichten Ästen genügend Luft und Licht für viele Pflanzen im Unterholz, Farne, Kräuter viele Beerensträucher wie Blue-, Salmon- und Huckleberrys (Blaubeere, Prachthimbeere und Heidelbeere). Dieser Wald ist Teil des größten nördlichen Regenwalds. Der Tongass National Forest ist mit 69.000 km² der größte Nationalforst in der USA. Die Küstenlage am Pazifik ist der Grund für die großen Regenmengen die einen einzigartigen Urwald wachsen lassen. Im Winter ist das Wetter oft extrem und Stürme erreichen Windgeschwindigkeiten bis 240 kmh.

Mit einem offenen Shuttlebus geht es steil aufwärts durch den Wald auf eine Aussichtsplattform in 200m Höhe. Die Bäume sind teilweise schon in Generationen am gleichen Platz gewachsen und man sieht Wurzeln, die sich über einem alten Baumstumpf wie auf einem Sattel zum Boden biegen und festgewachsen sind. Auch unterwegs wurden die Waldlücken immer wieder mit bepflanzten Bäumen ergänzt.

Die Baumkronen sind sturmerprobt und nicht sehr dicht, dafür sind die Büsche im Unterholz mannshoch gewachsen. Lange Mooszotteln hängen an den knorrigen Ästen. Man kann sich Gnome und Waldgeister darin vorstellen.

Und dann…. atemberaubend dieser Ausblick in eine wilde naturgeprägte Landschaft. Doch ist das Wirken des Menschen nicht zu übersehen, im Vordergrund der Flughafen von Juneau und die Wasserlandschaft,  gespeist aus den Bergen vom Mendenhall Gletscher, nur wenige Kilometer entfernt.


Zurück im unteren Teil des Gartens lassen wir die Blütenbäume und den Gletschergarten nochmals auf uns wirken, denn schnell geht es schon wieder weiter zum nächsten Ausflugsziel, den Gletschersee des Mendenhall Gletschers wollen wir auch noch besuchen.


Dieser Alaskagarten Besuch ist eine schöne blühende Urlaubserinnerung mitten im deutschen Winter.
Mit winterlichen Gartenerlebnisgrüßen Christa Gugeler

Bildertafel zur Pflanzenvielfalt im südlichen Alaska